| Routinen für das Ungewisse ? |
Hypothese 1: „Das Wichtigste passiert zwischen Organisationen– die Kooperationsfähigkeit als neue Lernherausforderung“Organisationen schaffen sich Räume für Lernen und Entwicklung in unterschiedlicher Art und Weise. Die spannendsten - und bisher am wenigsten beforschte und gestalteten Räume - liegen jedoch dazwischen, also im „Inter“ und im „Trans“. Sowohl in der Forschung als auch in der Wirtschaft liegt heute eine zentrale Herausforderung darin, Verbindungen zwischen Sektoren, Organisationen, Bereichen und Abteilungen herzustellen, um neue Produkte und Dienstleistungen zu entwickeln und Wertschöpfungsketten zu optimieren. Bei der Gestaltung dieser Beziehungen gilt es, eine gute Balance zwischen Autonomie und Verbundenheit dieser Einheiten zu finden, in Beziehungen zu denken und das „Inter“ und das „Trans“ als relevante Orte der Innovation und Optimierung zu erkennen.Hypothese 2:„Wissen mehrt sich durch Teilung und nicht durch Sammlung. In Zukunft geht es darum, Ergebnisse als Gemeinschaftsleistung zu erbringen ohne dabei die Individualität zu verlieren“ Die Weitergabe von Wissen oder Kenntnisse über Märkte und Marktzugänge an Kooperationspartner kann den eigenen Wettbewerbsvorteil gefährden. Wie kann es trotzdem gelingen, die Erfahrungen und das Wissen das zwischen Abteilungen, Bereichen, Organisationen und Sektoren steckt nutzbar zu machen, ohne die Stärke der einzelnen Einheit zu gefährden? Der Weg von einer Einzelleistung zu einer Ensemble-Leistung braucht neue Kompetenzen. Die Grenzen, die das „Dazwischen“ aufrecht erhalten sind hier Hindernis und Ressource zugleich. Hypothese 3:„Organisationen werden Routinen entwickeln, sich auf das Unwahrscheinliche gefasst zu machen“Wie können wir einen Schwan erkennen der schwarz ist? In Anlehnung an „The Black Swan“ von Nassim Taleb (2007) – einem erfolgreichen Mathematiker und Inhaber des Lehrstuhls für die „Science of Uncertainty“ - wissen wir heute, dass unsere Welt ganz wesentlich vom Auftauchen „schwarzer Schwäne“ geprägt ist. Schwarze Schwäne sind extrem unwahrscheinlich und wir erkennen sie oftmals gar nicht, da uns Zuordnungen fehlen. Ihre Wirkungen kennen wir alle. Im Wirtschaftsbereich fallen uns Organisationen wie Google ein - vor 10 Jahren hätte kaum jemand geglaubt, dass eine Internetsuchmaschine zu einem der wertvollsten Unternehmen der Welt werden kann. Dass z.B. der Handel mit Plagiaten von Potenzmitteln heute profitabler als Heroin ist, war ebenfalls nicht abzusehen (Die Presse online, 19. März 2009). Ganz routiniert das Ungewohnte tun.Dr.Alexander Schmidt |
